Heute sind Erwerbstätige im Fall von Krankheit und teilweise auch bei Unfall oft schlecht abgesichert. Das führt zu sozialen Problemen und Härten, namentlich bei länger andauernden Krankheitsabsenzen. Zur Krankheitslast kommen dann noch finanzielle Sorgen, die die Genesung zusätzlich belasten. Auch für die Unternehmen sind Krankheitsausfälle teuer. Zwar schliessen viele Firmen eine freiwillige KTG-Versicherung ab. Weil es kein Obligatorium gibt, werden aber immer wieder Firmen von einer Versicherung abgelehnt, was ein grosses Problem darstellt. Und wenn sie ein KTG Versicherung abschliessen, dann bezahlen sie hohe Prämien. Nach Krankheitsfällen folgen meist happige Prämienaufschläge. Auch für Selbständigerwerbende ist es oft schwierig, überhaupt eine KTG-Versicherung zu finden. Bei verschiedenen KTG-Versicherungsangeboten gibt es zudem im Gegensatz zur obligatorischen Krankenversicherung eine Geschlechterdiskriminierung mit höheren Prämien für Frauen. Das erhöht die Prämienlast bei Betrieben mit einem hohem Frauenanteil. Selbst ein Arbeitsausfall in der Schwangerschaft kann zur Prämienerhöhung führen. Um all diese Unsicherheiten und Ungerechtigkeiten aus dem Weg zu räumen, braucht es ein KTG-Obligatorium. Nur so gibt es eine Verpflichtung, für gleiche Prämien und einen Risiko- oder Lastenausgleich. So wird nicht jeder Krankheitsfall zum Risiko und führt zu höheren Prämien.

Dieser Text ist im Swica Magazin 2/2026 erschienen.