Eines ist klar: Mehr öffentliche Mittel im Gesundheitswesen führen zu einem gerechteren Gesundheitssystem und stellen einen guten Zugang für alle sicher. Denn unser Finanzierungssystem mit den hohen Kopfprämien ist unsozial. Es belastet Menschen mit tieferen bis mittleren Einkommen und Familien viel stärker als Gutsituierte. Zu den jährlich steigenden Krankenversicherungsprämien kommen die Franchisen und Selbstkosten hinzu. Darum gehen schon rund 10 Prozent der Menschen nicht oder viel zu spät zur Ärztin. Die Folgen sind oft höhere Kosten und grösseres Leid, etwa wenn verschleppte Krankheiten zu chronischen Leiden werden. Der Druck auf den Leistungskatalog zwingt Versicherte in teure Zusatzversicherungen.

Eine stärkere öffentliche Finanzierung führt zu einem grösseren Interesse von Bund und Kantonen an mehr Koordination und einer gemeinsamen, überregionalen Planung. Dadurch lassen sich teure Parallelstrukturen abbauen, mit einer klugen Planung der Zugang für alle gewährleisten und Leistungen sinnvoll konzentrieren. Das kann der Staat besser als die Privaten, weil es nicht um Profit geht.

Auch wächst das Interesse an koordinierter Versorgung, Netzwerken und Delegation von Tätigkeiten auf weitere Gesundheitsfachpersonen. Vorgaben für die Qualität und Mindestfallzahlen lassen sich rascher realisieren. Am direktesten geschieht dies, wenn möglichst viele Leistungserbringer staatlich und nicht gewinnorientiert funktionieren.

 

Dieser Text ist als Pro-Standpunkt Dialog CSS 2/2026 erschienen.