Solidarität mit dem Bundespersonal

  • 04. November 2015
  • Artikel und Beiträge

Heute haben die Personalverbände des Bundes dem Bundesrat 6700 Unterschriften übergeben, die den Verzicht auf weiteren Abbau und eine gute Personalpolitik fordern.

http://respekt-bundespersonal.ch/

 

Ich wurde eingeladen vor der Übergabe zu sprechen, hier mein Votum:

“Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundes und der Bundesnahen Betriebe.

Ich stehe heute vor Ihnen, weil Sie alle eine wichtige und unverzichtbare Aufgabe für unser Land ausfüllen. Ihre Dienstleistungen, Produkte und Tätigkeiten der Bundesverwaltung und seiner Betriebe sind immer nur so gut, wie Sie alle diese ausführen. Als Mitglied der Finanzkommission bekomme ich einen breiten Einblick in die vielen Aufgabengebiete. Tagtäglich, teils rund um die Uhr, sind sie an der Arbeit und leisten einen Mehrwert für unsere Gesellschaft. Ich spreche Ihnen unseren grossen Dank aus.

Ihre Petition richtet sich an den Bundesrat. Doch auch das Parlament muss vom Bundesrat eine verantwortungsvolle und faire Personalpolitik einfordern und – fast noch wichtiger – die dafür nötigen Ressourcen und finanziellen Mittel sprechen.

Undurchdachte Sparvorgaben der beiden Finanzkommissionen und der Räte führen dazu, dass kurzfristige und kurzsichtige Kürzungen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen beim Bundespersonal Einzug halten.

Gutes Arbeiten“ braucht gute und faire Rahmenbedingungen. Einseitiges Abwälzen der Lasten auf die Mitarbeitenden ist kontraproduktiv. Verschlechterungen der Arbeitsbedinungen demotivieren. Erhöhung der Arbeitslast, weil Stellen abgebaut werden, intern kompensiert werden müssen, führen zu Stress und gefährden die Gesundheit und oft zu schlechterer Qualität oder Mindereinnahmen. Dass der Bundesrat dabei die Sozialpartnerschaft missachtet ist nicht zu tolerieren.

Als Nationalrätin der SP ist es mir wichtig, Ihnen zu sagen: Wir sind solidarisch mit Ihnen, wir sehen, was sie leisten. Wir fordern den Erhalt guter Arbeitsbedingungen und lehnen diesen einseitigen Druck ab. Sparen auf Vorrat, damit mit der USR 3 weitere Steuergeschenke gemacht werden können, ist falsch. Einseitige Panik ebenfalls. Gerade wurde publik, wie sparsam die Verwaltung derzeit arbeitet und dass wir einen deutlich besseren Jahresabschluss haben werden. 1 Milliarde Überschuss statt der budgetierten 400 Millionen. Es braucht keinen vorauseilenden Gehorsam des Bundesrats.

Das Parlament muss jetzt ein klares Bekenntnis für das Bundespersonal abgeben und Solidarität mit dem Bundespersonal üben statt weiterhin Sparmassnahmen auf ihrem Buckel zu fordern. Die Motionen von FK-N und FK-S sind zurückzuziehen. Wir setzen unds für gleich lange Spiesse ein. Es kann ja nicht sein, dass die Lohnentwicklung in der Bundesrverwaltung derjenigen der vom Bund subventionierten Landwirtschaft hinterherhinkt.

Gemeinsam stehen wir hin für faire Arbeitsbedingungen und gute Löhne.”