Mit einem Verbot der Nahrungsmittelspekulation ein Zeichen gegen den Hunger setzen

Ein Ja zur Initiative Keine Spekulation mit Nahrungsmitteln setzt ein klares Zeichen gegen den Hunger und für die Menschlichkeit.

Weltweit sterben jährlich 70 Mio. Menschen, 18 Mio. Von ihnen an Hunger. Diese Todesfälle geschehen nicht, weil es zuwenig Nahrungsmittel gibt. Es werden doppelt soviele Nahrungsmittel produziert, wie benötigt würden. Diese Menschen sterben einen qualvollen Hungertod, weil die Nahrungsmittel zu teuer und falsch verteilt sind.

Spekulation in all ihren Ausprägungen ist schädlich. Doch Nahrungsmittelspekulation führt dazu, dass sich Millionen von Menschen ihre Ernährung kaum leisten können und in der schlimmsten Folge den Hungertod sterben. Eine ETH-Studie zeigt nämtlich auf, dass 60-70% der Preissteigerungen auf Spekulation zurückzuführen sind.

Was für eine Gesellschaft ist das, die so etwas zulässt.

Nicht Mangel an Nahrungsmittel führt dazu, dass Menschen hungern und sterben. Nein das Gegenteil, die Spekulation als Erscheinung einer gierigen Wohlstandsgesellschaft und die Profitmaximierung führen dazu.

Wenn sich Menschen ihr Essen und ihre Ernährung nicht leisten können, so stimmt doch etwas nicht mehr. In den armen Ländern dieser Welt müssen die Meschen 60-70% ihres Einkommens für die Nahrungsmittel ausgeben – für Nahrungsmittel notabene die wie erwähnt meist durch Spekulation überteuert sind.

Und wir ? Wieviel geben Sie für ihre Grundnahrungsmittel aus ? Stellen sie sich vor, sie gäben heute von ihrem Taggeld 350 Franken für Milch, Brot und ein paar Kartoffeln aus – hätten knapp genug davon. Für Gemüse oder Fleisch würde es vielleicht 1 mal in der Woche reichen, obwohl grundsätzlich genügend vorhanden ist.

Hunger führt zu Kriegen und Völkerwanderungen, die nicht sein müssten. Mit dem Spekulationsverbot von Nahrungsmittel können wir etwas dagegen tun. Wir müssen die Probleme bei der Wurzel packen !

Die Schweiz gibt eine rechte Summe für Entwicklungszusammenarbeit aus und unterstützt sinnvolle Projekte wie Biolandbau. Das ist nötig und gut. Doch wir müssen die Probleme auch generell lösen.

Ohne Nahrungsmittelspekulation sähe einiges besser aus. Denn die Nahrungsmittelspekulation nützte nur einigen wenigen Grosskonzernen und schadet den Kleinbauern und -bäuerinnen und ProduzentInnen massiv. Sie verdienen kaum etwas an ihren Produkten, sind oft abhängig von den Konzernen, die die grossen Gewinne machen. Abhängigkeiten entstehen auch durch die Saatgutbereitstellung, Dünger und Schädlingsgekämpfungsmittel. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden.

Ich hatte vor eineinhalb Jahren auf einer Reise nach Guinea-Bissau, die Möglichkeit verschiedene kleine Bio-Betriebe zu sehen. Hier wird mit einfachen Mitteln und ohne Pestizide produziert. Doch auch sie sind von den Preisen und Absatzmärkten abhängig. Gerade auch wenn Lagermöglichkeiten fehlen.

Wir können und müssen uns für faire Bedingungen, faire Preises und Handel einsetzen.

Denn Nahrungsmittelspekulation mindert ihre Einkommen und ihre Lebenschancen.

In der bisherigen Debatte wurde des öfteren gesagt, die Annahme der Initiative würde die Situation der Welternährung nicht verbessern und wir könnten nichts tun. Ich sehe das nicht so. Wir können etwas tun und die Unterstützung der Initiative ist ein wichtiger Schritt. Also setzen wir der Nahrungsmittelspekulation ein Ende und sagen ja zur Intitiative.

Votum in der Debatte zur Juso-Initiative “Keine Spekulation mit Nahrungsmittel” im Nationalrat am 17.9.2015