Zweimal SP, dreimal Zustimmung

  • 04. September 2014
  • Artikel und Beiträge

SP Werdenberg und SP Sarganserland machen gemeinsame Sache: Sie sagen Ja zur Erneuerung der Kanti Sargans und des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez, und sie wollen zukünftig nur noch eine öffentliche Krankenkasse.

RETO NEURAUTER, Tagblatt, Werdenberg & Obertoggenburg vom 4.9.2014

BUCHS. In Sargans geht es um den Teilabbruch und Erweiterung der Kantonsschule, in Salez ebenfalls um einen Teilabbruch, aber auch um einen Ersatzneubau des Landwirtschaftlichen Zentrums St. Gallen. Die Regierung befürwortet beide Vorhaben, und auch der Kantonsrat stimmte dem Vorhaben in Sargans mit 114 zu 0, demjenigen in Salez mit 113 zu 0 zu.

 

Das hinderte die beiden SP-Bezirksparteien des Werdenbergs und des Sarganserlandes nicht daran, an einer gemeinsamen Veranstaltung in der «Traube» Buchs am Dienstagabend ihre Mitglieder daran zu erinnern, wie wichtig ein Ja für den regionalen Bildungsstandort ist.

Sargans für die Region…

Joe Walser (Sargans), SP-Kantonsrat, Präsident der Bezirkspartei Sarganserland und Mitglied der vorberatenden Kommission für das Vorhaben in Sargans, betonte, dass die Kantonsschule dringend diese Erneuerung brauche. Eine lebenswerte Region mit Qualität brauche ein gutes und modernes Bildungsangebot auf allen Stufen. «Sargans ist als Standort wichtig», so Walser, «und es ist richtig, dass man am heutigen Standort neu baut und erweitert.»

Das Vorhaben kostet 49,9 Millionen Franken. Es werde ein modernes, zeitgemässes Schulgebäude, «so dass auch in Zukunft alle Mittelschul-Lehrgänge angeboten werden können», so Walser. Heute sind es über 700 Schülerinnen und Schüler in 34 Klassen, die unterrichtet werden. Zusammen mit der Turnhalle Riet erhält die neue Kantonsschule eine Holzheizung, es gibt eine Photovoltaik, die bis zu 30 Prozent des eigenen Strombedarfs abdeckt.

«Zusammen mit weiteren Massnahmen im energetischen Bereich (Wärmedämmung) kann des Ziel 2000-Watt-Gesellschaft erreicht werden», so Walser, «auch ein Verdienst der SP.»

…Salez für den Kanton

32 Millionen Franken – davon 700 000 Franken für die Sanierung der bestehenden Gebäude – kostet der Neubau in Salez. Ein zweiflügliger, abgewinkelter Holzbau mit Holzheizung, einer thermischen Solaranlage, einer Photovoltaikanlage auf dem Flachdach: Auch hier erreicht man die Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft.

Der Neubau dränge sich auf, weil er, wie auch in Sargans, in die Jahre gekommen ist, «und weil die räumlichen Verhältnisse wegen der hohen Auslastung an Grenzen stossen», so der Buchser SP-Kantonsrat Ludwig Altenburger. Er gehörte auch der vorberatenden Kommission im Kantonsrat für dieses Vorhaben an. Das Projekt sei kantonal von grosser Bedeutung, auch wenn da und dort vom Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe gesprochen werde. «Die Schülerzahlen in Salez für die Ausbildung zum Landwirt/zur Landwirtin sprechen eine andere Sprache», so Altenburger, «zudem erhalten die Beratung, die Forschung und die Weiterbildung eine immer grössere Bedeutung.» Die Landwirtschaft müsse dafür und für die Zukunft gewappnet sein.

Aus 60 muss es eine werden

Soll es nur noch eine öffentliche Krankenkasse – nur für die Grundversicherung – geben, oder weiterhin 60? Wenn es nach der SP mit einem breit abgestützten Trägerverein (von VPOD, Grüne, EVP bis zum Verband der Physiotherapeuten) geht, dann ja. «Aber die Bürgerlichen und die Krankenkassen laufen Sturm gegen das Vorhaben», so SP-Nationalrätin Barbara Gysi aus Wil, «dabei werden jetzt für diesen Abstimmungskampf rund 325 Millionen Franken für die Nein-Kampagne verschleudert, notabene Geld, das den Versicherten gehört.»

Gysi betonte, dass es auch mit einer Kasse Prämien für Kinder, Hausarztmodelle und unterschiedliche Franchisen möglich sein. «Die Gegner operieren mit haarsträubenden Argumenten und falschen Zahlen, was auch die Kosten einer Umstellung betreffe», so Gysi. Sie sprach davon, dass die Umstellung «weniger als zehn Jahre dauere, leider aber etwa 2000 Stellen verloren gingen. «Hochqualifizierte Menschen, die ohne Probleme einen neuen Job finden», so die vehemente Befürworterin der Volksinitiative «für eine öffentliche Krankenkasse»